Gentechnik-Kontamination mit Langzeit-Wirkung

Letztes Jahr säten Landwirte in acht Bundesländern unbeabsichtigt Gentechnik-Raps aus - das Saatgut war mit transgenen Samen des Bayer-Konzerns verunreinigt. Da Raps lange im Boden überdauern kann, fordern Landwirtschafts- und Verbrauchervertreter, die betroffenen Äcker 20 Jahre zu überwachen. Das Rapssaatgut bleibt auch nach einem Umbruch der Pflanzen keimfähig. „So lange besteht also mindestens das Risiko, dass vereinzelt gentechnisch veränderter Raps auf den verunreinigten Flächen keimt“, erklärt Annemarie Volling von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft. „Daher müssen die Bundesländer die betroffenen Flächen über 20 Jahre hinweg überwachen und auflaufenden Durchwuchsraps vernichten.“ Auch eine bessere Kontrolle des Saatguts sei nötig, damit gentechnische Körner gar nicht erst auf den Acker kommen, ergänzt Stefanie Hundsdorfer von der IG Saatgut. „Saatgut steht am Anfang der Lebensmittelerzeugung. Um unsere Nahrung gentechnikfrei zu halten, sollten die Behörden bei Raps jede Saatgutpartie lückenlos vor dem Inverkehrbringen auf das Vorkommen von gentechnisch veränderten Anteilen überprüfen.“ Christof Potthof vom Gen-ethi­schen Netzwerk (GeN) pocht zudem auf Transparenz. Wer in der Nähe der gentechnisch verunreinigten Rapsfelder Landwirtschaft betreibe, habe ein von Gerichten bestätigtes Recht, Bescheid zu wissen. „Benachbarte Züchter, Saatguterzeuger, Landwirte, Gärtner und Imker müssen über die Verun­rei­nigung informiert werden, um si...
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