Grüner Sprit – Weltpremiere: EADS lässt auf der ILA Flugzeug mit reinem Biotreibstoff aus Algen fliegen

Pressemitteilung von EADS

Berlin, 8 Juni 2010 – Auf der ILA 2010 in Berlin präsentiert EADS eine
Weltpremiere: ein Flugzeug, das mit reinem Biotreibstoff aus Algen fliegt.
Eine mit zwei AE300 Triebwerken von Austro Engines ausgestattete DA42
New Generation von Diamond Aircraft nimmt an den täglichen

Flugvorführungen im Rahmen der Luftfahrtausstellung teil.
Durch den höheren Energiegehalt des Algentreibstoffs ist der Verbrauch der
Diamond DA 42 New Generation um 1,5 Liter pro Stunde geringer im
Vergleich zu konventionellem JET-A1 Treibstoff – bei gleicher Leistung. Bei
Tests hat sich außerdem gezeigt, dass nur relativ geringfügige Änderungen
und Einstellungen an den Triebwerken des Flugzeugs vorzunehmen waren,
um Biotreibstoff aus Algen nutzen zu können.

Algen gelten als zukunftsträchtiger Rohstoff für Biotreibstoff, da bestimmte
Arten hohe Anteile an Öl enthalten. Dieses Öl kann für den Einsatz auf
unterschiedlichen Gebieten extrahiert, verarbeitet und raffiniert werden.
Mikroalgen werden bereits seit vielen Jahren kommerziell für
Nahrungsergänzungsmittel und Kosmetika gezüchtet, ihr Nutzen als
bedeutende Quelle für alternativen Treibstoff ist jedoch erst in jüngster Zeit
stärker in den Vordergrund gerückt. Mikroalgen vermehren sich schnell und
erzeugen mindestens dreißig Mal mehr pflanzliche Substanz (Biomasse) als
zum Beispiel Raps. Als Anbaufläche genügen Brachflächen, zur
Bewässerung kann Schmutz- oder Salzwasser in einem Kreislauf genutzt
werden. Eine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion besteht also nicht.

„Unsere Flugdemonstration mit reinem Biotreibstiff aus Algen ist eine
Weltpremiere und ein bedeutender Meilenstein in unserer Forschung“ sagt
Dr. Jean Botti, der Chief Technical Officer (CTO) der EADS. „Daraus
ergeben sich völlig neue Möglichkeiten für klimaneutrale Flüge und wir
werden unsere Forschungen in diesem faszinierenden Bereich weiter
vorantreiben. Biotreibstoffe der dritten Generation sind mehr als nur ein
Ersatz für herkömmliche Energieträger. Sie bringen ganz neue Möglichkeiten
für die Antriebe der Zukunft.“

Abgasmessungen deuten darauf hin, dass der Algen-Biosprit acht Mal
weniger Kohlenstoff enthält als Kerosin aus fossilen Rohstoffen. Aufgrund
des sehr geringen Stickstoff- und Schwefelgehalts von Biotreibstoffen im
Verhältnis zu fossilen Brennstoffen emittieren Biotreibstoffe außerdem bis zu
40 Prozent weniger Stickoxide und sehr geringe Mengen Schwefeloxide (ca.
10 ppm gegenüber 600 ppm bei normalem Jet-A1-Treibstoff/Kerosin).
Algen können in ausreichend großen Mengen erzeugt werden, ohne
landwirtschaftlich nutzbare Böden zu besetzen oder Trinkwasser zu
verbrauchen. Die Forschungsergebnisse von EADS zeigen, dass die zur
Produktion von Biotreibstoff aus Algen notwendige Technologie bereits
vorhanden ist, jedoch weitere Entwicklungsarbeit bis zur breiteren
industriellen Produktion investiert werden muss.
Deshalb arbeitet EADS mit Partnern an einem Pilotprojekt für den Aufbau der
notwendigen industriellen Infrastruktur. Das Projekt wird von den EADS
Innovation Works, dem Forschungs- und Technologienetzwerk von EADS
geführt und vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr und
Technologie über die Regierung von Oberbayern im Rahmen des
bayerischen Luftfahrtforschungs- und Technologieprogramms (Projekt Bay68
„Biotreibstoff aus Algen“) gefördert. Partnerschaften bestehen mit der IGV
GmbH Potsdam und dem Flugzeug- und Motorenhersteller Diamond Aircraft/
Austro Engines, Österreich. Für die Flugerprobung und die
Demonstrationsflüge wurde das aus Algen extrahierte Öl von
Biocombustibles del Chubut S.A. in Argentinien geliefert und von VTS
Verfahrenstechnik Schwedt, Deutschland, zu Biotreibstoff weiterverarbeitet.

Gegenwärtig ist die Erzeugung von Algenöl deutlich teurer als die Förderung
von Erdöl. Damit Treibstoff aus Algen mit Kerosin konkurrieren kann, muss
sich die Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf eine kostengünstige
Produktion von Biotreibstoff unter Verwendung industrieller Mengen an
Kohlendioxid konzentrieren.
„Als Systemarchitekt von Flugzeugen und Hubschraubern sehen wir es als
unsere Aufgabe an, die Forschung auf dem Gebiet von Biotreibstoffen zu
unterstützen, obwohl wird selbst nicht direkt im Energiegeschäft tätig
sind“,sagt EADS CTO Jean Botti. „In enger Zusammenarbeit mit führenden
Forschungsinstituten sowie Regierungen und beteiligten Unternehmen
weltweit setzt EADS daher auf die Erforschung geeigneter Alternativen zu
fossilen Treibstoffen, um die Zielsetzungen der Luftfahrtindustrie in Sachen
Klimaschutz zu verwirklichen.“ Zu den vom Advisory Council for Aeronautics
Research in Europe (ACARE) angestrebten Zielen gehört die Reduzierung
des Kohlendioxidausstoßes um 50 Prozent und der Stickoxide (NOx) um 80
Prozent bis 2020.

EADS ist ein weltweit führendes Unternehmen der Luft- und Raumfahrt, im
Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen mit einem
Umsatz von € 42,8 Mrd. im Jahr 2009 und über 119.000 Mitarbeitern. Zu
EADS gehören Airbus, Eurocopter, EADS Astrium und EADS Defence &
Security.

Ansprechpartner bei EADS:
Gregor von Kursell
(+49) 89 607 34255

Quelle: Pressemitteilung EADS

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